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COPD – Patientenporträt

Artikel aus der Zeitschrift Patienten-Bibliothek / COPD in Deutschland – Herbst 2017
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COPD eine sehr komplexe Lungenerkrankung

Wie Professor Welte bereits im
Beitrag ab Seite 05 dieser Ausgabe
ausführte, handelt es sich bei COPD um
eine sehr komplexe Lungenerkrankung. Individuelle Behandlungsstrategien
in Abhängigkeit von der Gesamtsituation
des jeweiligen Patienten sind daher notwendig.
Die Vielschichtigkeit der Erkrankung und möglicherweise
auch die Einflussnahme von Begleitumständen und Begleiterkrankungen
möchten wir Ihnen anhand der nachfolgend
porträtierten Patienten etwas näher bringen. Sie
werden dabei einige Gemeinsamkeiten finden, aber auch
viele Unterschiede. Doch lesen Sie selbst!
Cornelia Schmelzle ist 60 Jahre
alt und stammt aus Freiburg.
1999 wurde zunächst die Diagnose
Asthma gestellt. Atembeschwerden
beim Gehen bereits bei
leichtem Anstieg hatten sie den
Hausarzt aufsuchen lassen. Ein Inhalationsspray
als Bedarfsmedikation,
10-15 Minuten vor einer
Anstrengung eingenommen,
brachte zunächst Erleichterung.
Nach und nach verschlechterte sich jedoch die Gesamtsituation.
Ein hinzugezogener Lungenfacharzt diagnostizierte
schließlich COPD. Beide Ärzte rieten Cornelia
Schmelzle dringlich mit ihrem „Hobby“ Rauchen aufzuhören.
Die drastischen Worte des Hausarztes und der
Ausblick ohne Rauchstopp möglicherweise eine rasche
weitere Verschlechterung der Erkrankung und eine frühe
Berentung zu erfahren, machten nachdenklich.
Der Weg von 25-30 Zigaretten täglich – je nach Grad
der erlebten Nervosität – auf Null war nicht leicht. Nach
einem Jahr gelang ein erster Rauchstopp, der in den folgenden
zwei Jahren jedoch immer wieder von Einzelrückfällen
unterbrochen wurde. Heimlich, da als eigenes
peinlich berührendes Unvermögen betrachtet. Dass Rauchen
tatsächlich eine Sucht ist, von der es schwer ist loszukommen,
wurde Cornelia Schmelzle immer klarer.
Geschafft! Seit 2002 ist Cornelia Schmelzle komplett
rauchfrei. Kontakt mit Rauch, aber auch Dieselgeruch
oder anfallende Stäube wie z. B. bei Bau- oder Renovierungsarbeiten
etc. versucht sie seitdem komplett zu meiden
– denn sie spürt deren Effekte auf ihre belastete
Lunge sofort.
Im Jahr 2011 wurde die Verordnung einer Langzeit-Sauerstofftherapie
(LOT) notwendig, 2016 zusätzlich eine
nicht-invasive Beatmung (NIV). Die aktuelle Diagnose
lautet COPD IV D, d.h. COPD in fortgeschrittenem Stadium,
einem FEV1 Lungenfunktionswert unter 30 %, mit
vermehrter Symptomatik und mehr als zwei akuten Verschlechterungen
im Jahr.
Dennoch geht es ihr momentan relativ gut, sie hat die
Erkrankung und die notwendigen therapeutischen Maßnahmen
angenommen. Maßgebliche Unterstützung erhält
Cornelia Schmelzle dabei von ihrem Mann: „Er steht
immer hinter mir.“ Die LOT setzt sie äußerst geschickt
drapiert ein, so dass der Nasenschlauch kaum sichtbar
ist. „Die einzige Stelle die auffällt, wurde sogar schon als
Nasenpircing vermutet“, freut sich Cornelia Schmelzle.
Doch nicht immer fühlt sie sich so gut. Als besonders belastend
empfindet sie vor allem seelische Stresssituationen
und berichtet von der langen Pflegezeit der
demenzkranken Mutter. „Bei psychischen Belastungen
geht es mir letztendlich auch körperlich schlecht und
der Umgang mit der eigenen Erkrankung fällt schwerer
– man wird sensibler.“
Hilfreich waren in schwierigen Zeiten vor allem Rehabilitationsmaßnahmen.
Insgesamt vier Mal hat Cornelia
Schmelzle die Espan Klinik in Bad Dürrheim besucht. So
konnte sie dort unmittelbar nach der Verordnung der LOT
in einem speziellen Training den Umgang mit den verschiedenen
Geräten, Techniken und ebenso dem Zubehör erlernen,
was dessen Akzeptanz im täglichen Leben erheblich
erleichtert hat. Erst vor Kurzem war sie nach einer akuten
Verschlechterung mit Krankenhausaufenthalt wieder in Bad
Dürrheim zu einer Anschlussheilbehandlung, die zur Stabilisierung
ihrer gesundheitlichen Situation beigetragen hat.
„Besonders profitiert habe ich von den vielfältigen täglichen
Anwendungen, die mich kontinuierlich gefordert haben.“
L. Pempelfort ist 70 Jahre
und lebt in Lindenberg im
Allgäu. Bei L. Pempelfort
liegt eine Verformung der
Wirbelsäule (Morbus
Scheuermann) vor. 2004
wurde während einer größeren
Operation die Versteifung
der Wirbelsäule
von TH2 bis L1 notwendig.
Dabei wurde die 7. Brust-

 

 

 

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