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COPD: Auswirkungen auf Alltag, Psyche und Lebensqualität

Aktualisierte Neuauflage September 2018
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Bildnachweis: freshidea, ArTo – Fotolia.com


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Auswirkungen auf Alltag, Psyche und Lebensqualität

Das Gefühl der Atemnot unter Belastung führt zu Unsicherheiten und Ängsten. Um die Atemnot zu vermeiden, begeben sich viele COPD-Patienten in eine körperliche Schonhaltung. Doch diese Schonhaltung bewirkt genau das Gegenteil, denn sie fördert die COPD-bedingte Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Muskulatur und belastet das Herz-Kreislaufsystem zusätzlich.

 

Die Teilnahme am sozialen Leben, der Besuch von Familie, Freunden, gewohnte Aktivitäten, Einkaufsbummel etc. fallen durch die körperlichen Veränderungen schwerer und es kann zu einer immer größeren Isolation und somit sinkender Lebensqualität kommen. Die soziale Isolation, Hilflosigkeit und Ängste begünstigen wiederum seelische Beeinträchtigungen und können verschiedene Formen von Depressionen zur Folge haben.

 

Im medizinischen Vokabular wird dies auch als ein Circulus vitiosus bezeichnet, aus dem Lateinischen „schädlicher Kreis“ oder auch Teufelskreis. Damit ist eine Abwärtsspirale gemeint, die ein System bezeichnet, in dem mehrere Faktoren sich gegenseitig verstärken und so einen Zustand immer weiter verschlechtern.

 

Bisher wurde von wissenschaftlicher Seite insbesondere der Einfluss der Depression auf die COPD untersucht. Doch inzwischen rücken zunehmend Angst- und Paniksymptome in den Fokus sowie die psychische Belastung als Begleiterkrankung im Hinblick auf die krankheitsspezifische Entwicklung der COPD wie auch die Endphase des Lebens.

 

Angst und Depression können sich bereits in frühen Stadien der COPD einstellen und stehen nicht unbedingt in Zusammenhang mit dem aktuellen Schweregrad.

 

Vorwort Jens Lingemann

Vorsitzender COPD – Deutschland e.V.


 

Akzeptanz der Erkrankung

Die Konfrontation mit der Diagnose einer chronischen Erkrankung wie der COPD, die mit körperlichen Funktionseinbußen einhergeht und einen sich verschlechternden Verlauf erwarten lässt, muss erst einmal bewältigt werden.

 

„Du musst lernen, Deine Krankheit zu akzeptieren“ ist ein gut gemeinter und wichtiger, aber nicht immer einfach zu realisierender Rat an chronisch kranke Patienten. Wobei Akzeptanz das Ziel der Krankheitsbewältigung bedeutet.

 

Wie eine chronische Krankheit bewältigt und verarbeitet wird, ist individuell vom jeweiligen Menschen abhängig, wie auch von vielen weiteren Faktoren wie Umfeld, Familie, sozialem Status, Alter etc.

 

Im Prinzip handelt es sich bei der Krankheitsbewältigung um einen stetigen Prozess, denn die Anforderungen der Erkrankung und ihrer Behandlung müssen an die Erfordernisse des täglichen Lebens angepasst werden.

 

Eine Krankheit zu bewältigen, bedeutet also nicht nur die Krankheit und die Therapie zu meistern oder zu verarbeiten, sondern auch innerpsychische Aspekte wie z. B. Fühlen, Denken und psychosoziale Kontakte in der Familie, mit Freunden und am Arbeitsplatz neu zu ordnen und zu verarbeiten.

 

Aktiver Umgang mit der Erkrankung

Grundsätzlich werden in der Literatur zwei Bewältigungsstrategien beschrieben, die sich unterschiedlich auf den Umgang mit der Krankheit und damit auch auf die Lebensqualität im Krankheitsverlauf auswirken können:

 

  • ein bewusster, aktiver Umgang
  • ein unbewusster, passiver Umgang

 

Wer aktiv mit seiner Erkrankung umgeht, kann in der Regel zumindest seine Lebensqualität und allgemeine Funktionsfähigkeit günstig beeinflussen.

 

Aktiver Umgang kann z. B. darin bestehen, nach Informationen und sozialer Unterstützung zu suchen – beispielsweise über die Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland, siehe www.lungenemphysem-copd.de – oder sich durch Aktivitäten bewusst negativen Emotionen zu entziehen.

 

Passiver Umgang geht oftmals mit einer ängstlichen und resignativen Grundhaltung einher. Hilf- und Hoffnungslosigkeit sowie sozialer Rückzug können sich jedoch negativ auf die Lebensqualität bzw. das psychische Befinden auswirken und eine „Negativspirale“ einleiten.

 

Der erste Schritt zum aktiven Umgang mit der Erkrankung ist, die Erkrankung anzunehmen. COPD ist nicht reversibel und kann nicht geheilt werden. COPD ist ein Teil Ihres Lebens. Doch durch einen aktiven Umgang mit der Erkrankung können Sie selber sehr viel dazu beitragen, um das Voranschreiten der Erkrankung drastisch zu verlangsamen.

 


Aktiver Umgang mit COPD bedeutet z. B. sich problemorientiert und informiert mit seiner Krankheit auseinander zu setzen. Nicht aufzugeben und Möglichkeiten zu suchen und zu finden, um sein Leben mit der Erkrankung zu gestalten.

 

Mündiger Patient und Partner sein im Gespräch mit dem Arzt, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Eigenverantwortlich Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung und die Lebensqualität nehmen.

 

Und es bedeutet durchaus eine Änderung des bisherigen Lebensstils – wie z. B. ein konsequenter Rauchstopp und mehr körperliche Aktivität.

 

Häufigste Ängste

Mit Blick auf die Bedrohlichkeit, die das Hauptsymptom Atemnot auslöst, ist ein sich gegenseitiges Bedingen von körperlichem (Atemlimitation) und psychischem Befinden (Not beim Atmen) nicht überraschend. Körperliches und psychisches Befinden hängen zusammen.

 

Vor allem krankheitsbezogene Ängste spielen eine große Rolle. Mit der Bezeichnung „krankheitsbezogene Ängste“ sind Ängste und Sorgen vor der Symptomatik selbst oder auch vor deren Folgen für die Zukunft gemeint.

 

Konkret sind dies Angst vor Atemnot und vor körperlichen Aktivitäten, ebenso vor dem Fortschreiten der Erkrankung. Auch eine Langzeit-Sauerstofftherapie wird oftmals mit Sorge betrachtet. Darüber hinaus besteht häufig die Befürchtung, von anderen nur noch als „krank“ wahrgenommen und deshalb isoliert zu werden oder aber Angehörige zu belasten.

 

Solche Sorgen und Ängste sind angesichts der Schwere der Erkrankung sehr nachvollziehbar und zunächst einmal als eine durchaus „normale“ Reaktion anzusehen. Steigern sich diese Ängste jedoch, werden zu Panikattacken oder gehen über in eine Depression, können sie selbst zur Belastung werden und die ohnehin schon eingeschränkte Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Untersuchungen konnten erfreulicherweise zeigen, dass bereits kleine therapeutische Maßnahmen zu einer wesentlichen Abnahme von Angst und Depression führen.

 

Der wichtigste Schritt dabei ist, darüber zu reden. Allein das Ansprechen dieser Themen bzw. das Relativieren von Zukunftsängsten sowie Betreuungszusagen für die Zukunft sind enorm entlastend. Hier sind die Betroffenen selbst, Ärzte, Familienangehörige und alle an der Therapie der COPD Beteiligte gefordert.

Auszüge des Ratgebers.

 


 

Mit diesem 36-seitigen Ratgeber, der mit wissenschaftlicher Beratung von Professor Dr. Klaus Kenn, Schön Klinik Berchtesgadener Land, Schönau, erstellt wurde, möchten die Herausgeber der COPD – Deutschland e.V. (www.copd-deutschland.de) und die Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland (www.lungenemphysem-copd.de) wichtige Aufklärungsarbeit leisten.

 

Folgende Rubriken werden im Ratgeber thematisiert:

  • Akzeptanz der Erkrankung
  • Aktiver Umgang mit der Erkrankung
  • Verlauf der Erkrankung, Einfluss auf den Alltag
  • Häufige Ängste
  • Psychische Belastung und Depression
  • Therapeutische Möglichkeiten
  • Stellenwert der Rehabilitation
  • Persönliches Umfeld, Angehörige und Freunde
  • Berufliches Umfeld
  • Exazerbation – akute Verschlechterung
  • Den Alltag gestalten
  • Hilfe zur Selbsthilfe

 

Die pdf-Datei des Ratgebers finden Sie hier…

… Ratgeber lesen (PDF)

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